Sonntag, 14. Februar 2016

Weiter nach Esquel ins Kalte

Nach dem Aufstehen wollten wir eine Runde laufen. Unser Zimmer lag am äußersten Dorfrand, und so liefen wir los auf der Suche nach dem Flussufer. Wie hatten eine grobe Wegbeschreibung bekommen ("an der Tankstelle vorbei, zwischen dem blauen Häuschen und dem Kraftwerk immer geradeaus"). Das war, so zeigte sich, schon der andere äußere Rand: das Dorf ist winzig!

Endlich war der Fluss gefunden, aber der Weg war hier zuende.

Der Rio Chubut, der der Provinz ihren Namen gibt, schlängelt sich hier durch eine canyon-artige Landschaft (die wir größtenteils verpassten, da wir nachts gefahren sind). Wir liefen zurück und versuchten, Strecke zu machen, indem wir alle Straßen durchliefen. Als wir alle drei fertig hatten, kamen gerade 5 km zusammen :)

Unsere Wirtin Norma zeigte uns stolz ihre gesammelten Kristalle. Sie fährt mit ihrem Mann durch die Gegend und sammelt sie einfach! Sie wollte uns gern auch welche verkaufen, aber ich befürchte, allein schon mit Nicos Muscheln einen zusätzlichen Koffer vollzukriegen :)
Auch die Nektarinen, frisch vom Baum: ein Traum! :)



Die Bergkristalle

Norma hatte auch ein paar Glanzstücke, die sie niemals verkaufen würde: große Amethysten etwa oder versteinerte Baumstämme. Sie sucht sie in der Nähe der Fundstätte des größten je gefundenen Dinosauriers, die nur 45 km von hier entfernt ist.

An der Tanke frühstückten wir kurz und versorgten uns mit heißem Matewasser. Dann ging es wieder auf die Ruta 25. Wir hatten noch 320 km durch die Wüste zu fahren, auf denen waren noch zwei Orte zu finden, kaum größer als eine Tankstelle: Paso de los Indios und Tecka. Dafür war die Landschaft überwältigend.
Mhmm, sah in echt so viel toller aus...

Der Fluss bringt ganz klar Leben. Man konnte schon von weitem erkennen, wo er verläuft: da war es plötzlich grün, es wuchsen Bäume, und die Menschen halten Kühe. Viele Kühe auf einmal!
(Die kleine Punkte - alles Rinder!)
Schon während der Fahrt konnten wir sehen: das Wetter meinte es nicht gut mit uns. Dunkle Wolken, schon irgendwie beeindruckend anzusehen, aber leider nicht schön.
Etwa 70 km vor Esquel ging der Regen los. Die ganze Landschaft war plötzlich trostlos, und als wir endlich da waren, regnete es in Strömen. Wir suchten eine Tankstelle (man muss ja hierzulande vorsichtig sein :) ), und der Schock war groß, als ich zum Tanken ausstieg: kalt! Wo ist meine Jacke?

Wir hatten viel von dem walisischen Dorf Trevelín gehört, und da wir bei dem Wetter nichts Besseres vor hatten, fuhren wir die 21 km weiter bis dahin. Rechts von uns konnte man die hohen Berge erahnen ("Ist das etwa Schnee?"), die aber ziemlich dick bewölkt waren.

Trevelin zeigte sich auch ziemlich grau. Wir hatten Hunger, also parkte ich neben einem Restobar. Nico hatte erstmal Schwierigkeiten, auszusteigen: Riesenpfütze!
Wir bekamen ein ganz ordentliches Essen (Hühnchenbrust, Pommes und Salat), und dann wollten wir den berühmten walisischen Kuchen probieren. Leider ging das nicht: den gibt es nur bei den walisischen Teehäusern.

Wir also wieder ins Auto und nächste Teehaus, leicht zu erkennen am der riesigen Teekanne vor der Tür. Hier gab es den Kuchen nur als Paket: zwei Sorten Kuchen, Scones, hausgemachtes Brot und ein Sandwich, dazu Tee. Wir waren ja eigentlich schon satt, aber konnten wir Nein zu Kuchen sagen? Nein :)

Nico war richtig schlecht gelaunt. Ich versuchte es mit ein paar Späßen und bekam fast Kloppe. Dann war ich eingeschnappt. Beste Stimmung! Nicht mal der (übrigens sehr leckere!) Kuchen half, dazu kam die ziemlich laute, nervtötende walisische Volksmusik, die über Lautsprecher kam. Neben uns schauten die anderen Gäste angestrengt auf die Berge, die aber wirklich nicht zu sehen waren.

Nichts zu machen. Also zurück nach Esquel zu unserem Hotel. Sehr schön gelegen, angenehm gestaltet, freundliche Leute. Die Wolken hatten sich etwas verzogen, also fragten wir in der Rezeption, wo wir zum Matetrinken hingehen könnten. Ein Glück: Gleich um die Ecke gab es eine Art Volksfest mit Fressalien, Kunsthandwerk und Craft Beer aus der Region.
Fein! Nico hat sich gleich zwei Wollmützen gekauft - doppelt hält besser :)
Und Schnaps :)! Ohlumerin halt! 



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