Am nächsten Tag war Bargeldholen angesagt. Wir versuchen überall, mit Kreditkarte zu bezahlen, weil Bargeld ein echtes Problem ist. Erstens ist der Betrag für ausländische Karten pro Entnahme auf 1000 Peso begrenzt, etwa 70 Euro. Dabei werden 85-89 Peso Gebühr berechnet, das sind fast 9%. Braucht man mehr Geld (und das braucht man!), muß man zwei- oder dreimal ziehen, jedes Mal mit der Gebühr belastet. Darüberhinaus geht das nicht bei jedem Automaten: es gibt zwei Netze, Banelco und Link. Banelco akzeptiert unsere Karten gar nicht, und bei Link gibt es zwei Automatensorten: die eine spuckt anstandslos Geld aus, bei der anderen gibt es eine komische Fehlermeldung ("Sie haben einen ungültigen Betrag angegeben", obwohl man nur auf den Knopf "1000" gedrückt hat).
Wir hatten noch Euroscheine, aber wechseln ist schwierig: selbst die größten Touristenorte haben kaum Wechselstuben, die Banken wechseln nicht immer, oder man operiert nur mit Dollar. Hin und wieder findet man Geschäfte, die Euro akzeptieren, aber oft zum schlechten Kurs. Kurzum: wir zahlen mit Karte, wo immer es geht.
Unser Hotel hatte uns damit überrascht, dass es nur Bargeld annimmt. Das war doppelt blöd, erstens wegen des oben beschriebenen, zweitens weil wir es über booking.com gebucht hatten und dort selbstverständlich meine Kreditkartendaten abgefragt worden waren. Nein, das wäre nur für die Reservierung gegenüber booking.com - grr... Aber der Hotelchef hatte gleich einen Tip: im Supermarkt könnte man mit Maestro zahlen und bis zu 2000 Peso kostenlos ziehen. Wir also dahin, kurzen Einkauf gemacht, aber bei der Zahlung hieß es: das geht nur mit inländischen Karten...
Eine halb offizielle Wechselstube gab es, aber heute nicht, da es ja Sonntag war. Also doch zum Automaten: Link. Aber der zeigte den komischen Fehler an - kein Geld. Wir mussten uns also auf den nächsten Tag vertagen und auf die Wechselstube bzw. Bank setzen.
(übrigens sehr liebevoll eingerichtet) lag an einem Hang,
der sich nach hinten zu einem richtigen Hausberg entwickelte. Ich war am Abend zuvor schon ein bißchen hochgelaufen (Nico wollte ja nicht und schaute sich stattdessen den Bahnhof unten an :) ), und es hieß, der Weg führte zu einer Lagune namens La Zeta. Zum Laufen ein bißchen zu steil, aber nach dem Frühstück gingen wir den Weg hoch.
Die Beschilderung wie immer ein wenig gewöhnungsbedürftig: dort, wo es eigentlich nur eine einzig mögliche Richtung gab, wurde großzügig gekennzeichnet, aber schon an der nächsten Kreuzung wußte man nicht: rechts, links, geradeaus? Im Zweifel dort lang, wo es am steilsten nach oben ging.
(was für mich auch die unterschiedlichen Längenangaben des Wanderwegs erklärte, die mal drei, mal sieben, mal dreizehn km lauteten): wahrscheinlich bezogen sie sich darauf, daß man eh manches zwei- oderdreimal gehen mußte.
Der Weg war zeitweise so steil, daß man ihn kaum noch gehen konnte, dazu noch sandig. Aber es gab immer wieder Reifenspuren, und einmal kamen uns Motocrossfahrer mit vollem Karacho entgegen. Die hatten sicher ihren Spaß.
Oben angekommen, stellten wir fest, dass es auch eine Autostraße gab, zwar Schotterpiste, aber doch gut befahrbar. Sowas!
Wir folgten der Straße und verirrten uns noch ein- oder zweimal, bevor wir endlich da waren: la Zeta!
Als See relativ unspektakulär, eine tropfenförmige Lagune von etwa drei km Umfang. Interessant nur die Tatsache, dass sie hier oben auf dem Berg war. Schön anzusehen, offenbar ein beliebtes Ausflugsziel, da hier Toiletten, Grillstellen und sogar einen Fußballplatz gab. Wir waren aber fast die einzigen hier. Zwei Pferde grasten hier, aber es sah nicht gerade idyllisch aus: ihre Vorderpfoten waren miteinander verbunden, so dass sie sich nur hoppelnd fortbewegen könnten. Eine Unsitte, die wir schon oft gesehen haben.
Zurück liefen wir kurz auf den höchsten Punkt, der nicht viel zu bieten hatte, da dort ein paar Funkmasten waren, und die vermutlich beste Aussicht war eingezäunt. Also zurück über die Schotterpiste, die runter nach Esquel führte. Auch die ziemlich steil mit ein paar schönen Stellen zum Sitzen und Fotografieren.
Unten angekommen, erkannte Nico ein paar Graffiti wieder und wußte sofort, wo wir waren: hier war doch ein Eiscafé, bei dem man mit Kreditkarte bezahlen konnte? Das Eis hatten wir uns verdient!
Auf dem Rückweg kamen wir an der Banco Nación vorbei. Das Netz war Link, also warum nicht versuchen. Es gab drei Automaten, wir versuchten sie: der mittlere gab uns Geld! Wir versorgten uns jeder mit zweimal 1000 Peso - schon ein beruhigendes Gefühl. Am nächsten Morgen wollten wir aber doch nochmal Geld wechseln.
Im Hotel angekommen, klärten wir den Mangaer über unsere wieder erlangte Solvenz auf (ich glaubte, die Erleichterung in seinem Gesicht ablesen zu können!) und schlossen den aufgeregt-unaufgeregten Tag mit einer schönen Flasche Wein ab :)













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