Sonntag, 14. Februar 2016

Punta Delgada und Península Valdés

Wir stellten uns den Wecker und fuhren zum Indianer, einem höher gelegenen Aussichtspunkt am Meer, um den Sonnenaufgang zu sehen. Sehr schön! 



Mate gegen die Morgenfrische


Jetzt ist sie da.

Der Indianer übrigens: 

Wie immer waren wir mit dem Blog im Rückstand und mussten einiges aufarbeiten. Wir hatten das Zimmer schon geräumt, aber im Frühstücksraum war Platz für eine schnell eingerichtete Schreibstube.


Der Aufbruch wollte nicht so schnell gelingen. Erst sind wir um die Ecke ein Eis essen. Dann wollten wir noch zum Strand, um vor der Mittagshitze noch ins Wasser zu können. dann wieder zum Hostel, um zu duschen (das Wasser ist so salzig, dass sich sofort Salzkrusten auf der Haut bilden - die wollten wir nicht auf die Fahrt mitnehmen). Dann wieder zurück, weil wir eine Tasche vergessen hatten.

Wir waren ja etwas enttäuscht, weil wir die Seelöwen nicht von der Nähe anschauen konnten. Ein Mitbewohner erzählte, dass er auf der Hafenmole eine ganze Familie gesehen hätte. Ab dahin!



Und tatsächlich: auf einem (aus diesem Grund?) gesperrten Treppenaufgang saßen sie und wackelten possierlich mit den Schwänzen :)





Aber jetzt mussten wir wirklich los. Ab zur Halbinsel! Erstmal tanken (dort gibt es bestimmt keine Tankstelle!), und dann losgefahren. Auf dem Weg kämen wir noch an dem Industriehafen vorbei und den Anlagen zur Aluminiumverarbeitung, beides beeindruckend anzusehen.

In der Península angekommen stellten wir fest: allein, um sie betreten zu dürfen, muss man Eintritt zahlen. Nico doppelt soviel, weil ich als Argentinier einen Eingeborenenbonus bekomme (oder anders ausgedrückt: die Touristen werden geschröpft). Es gab ein schön eingerichtetes Informationszentrum mit einer Ausstellung über die Natur- und Tierwelt nebst geschichtlichen Erläuterungen. Demnach sind die Orte hier nur deswegen entstanden, weil man die Seelöwen und Seelefanten gejagt hat, und die gewonnenen Produkte wie Fell und Fett mussten ja verschifft werden. Insgesamt wurden an die 270000 Tiere abgeschlachtet, bevor man in den 1950er Jahren die unter Schutz stellte.

Witzig: Hier konnte man offiziell seinen Pass stempeln lassen, dass man auch hier gewesen ist. Haben wir auch gleich gemacht!

Der nächste Halt war Puerto Pirámides. Ein schöner Ort in einer Bucht, die von halbkreisförmigen Klippen umgeben ist. Darunter ein flacher Sandstrand (es war gerade Ebbe - das kennen wir nun!)



Wir fragten im Tourismusbüro nach Unterkünften, und mehr oder weniger zufällig erfuhren wir, dass es außer in diesem Ort auch in Punta Delgada ein Hotel gibt - ganz einsam am Leuchtturm gelegen und über Schotterpiste zu erreichen. Der Preis war etwas höher, aber er beinhaltete Aktivitäten wie Reiten. Reiten? Das war unser Stichwort! Erstmal mussten wir klären, ob wir in Euro zahlen konnten, da der Automat hier keine Scheine übrig hatte und dort keine Kartenzahlung möglich war. Wie konnten! Also nichts wie hin.

Es folgten 75 km Schotterpiste. Wir waren schon gespannt auf die vielen Tiere, aber die hatten wohl Feierabend - nichts, nicht mal ein paar Perlhühner! An einer Stelle plötzlich doch: ein Rudel (Schwarm? Wie heißt es bei den Viechern?) Zwergnandus, an die hundert Stück, lief aufgeregt weg zwischen Schafen. Sehr nett von ihnen :)

Wir kamen in Punta Delgada an, dem äußersten Punkt südöstlich der Halbinsel. Hier ist ein Leuchtturm, gebaut 1906, und heute gibt es drumherum eine Estancia und ein Hotel. Witzig: Hier gibt es kein Telefon, und Strom nur abends bis morgens, solange der Leuchtturm in Betrieb ist. Dann gibt es auch ein WLAN, das aber mehr schlecht als recht funktioniert.

Die fehlende Außenanbindung hatte leider zur Folge, dass hier keiner wusste, dass wir kommen. Telefoniert hatte man wohl mit dem Büro in Puerto Madryn, aber die Nachricht war nicht bis hierhin durchgedrungen! Wir würden erstmal misstrauisch empfangen, aber dann war auch ein Zimmer für uns frei - Puh!


Die Estancia: ein Traum. Sehr geschmackvoll eingerichtet, offenbar auch für kältere Zeiten. Eine Bar, ein Restaurant, Aufenthalträume, bei weitem unsere bisher beste Location (und auch die teuerste). Interessant: das Wasser aus dem Hähnen ist salzig, man muss sich zum Trinken von den Flaschen bedienen. Die Angestellten alle etwas unerfahren, die kommen aus allen Landesteilen zum Arbeiten, jeweils nur für eine Saison.

Wir gönnten und einen leckeren Rotwein im Salon, bevor wir zum Speisen kamen. Witzig: Nico fragte nach einer fleischlosen Mahlzeit. Da kämen eigentlich nur die Sorrentinos in Frage, große Ravioli, die seien mit Gemüse gefüllt. Und die Soße? Nun, da sei ein Lammragout vorgesehen :)


Ich hatte kein Problem, ein Steak zu finden :)


Vor dem Schlafengehen grüßte mich das Hausschaf vor der Tür

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